FAQ

  • Welchen Beitrag kann die Betriebsgraphologie in Unternehmen leisten? Antwort
  • Wie verbreitet ist die Handschriftenanalyse? Antwort
  • Kann man Druckschriften überhaupt analysieren? Antwort
  • Ist das Auswählen eines Stellenbewerbers über die Handschrift nicht unfair? Antwort
  • „Ich habe so viele verschiedene Schreibweisen – wie können aufgrund dessen Aussagen über meine Persönlichkeit getroffen werden?“ Antwort
  • „Ist denn wirklich jede Handschrift einmalig?“ Antwort
  • „Meine Handschrift ist überhaupt nicht schön – macht es Sinn, sie zu interpretieren?“ Antwort
  • Wird der Textinhalt des Schreibers oder seine Kenntnis über die Rechtsschreibung ebenfalls bewertet? Antwort
  • Wie lautet der Berufskodex der Graphologen? Antwort
  • Weitere Fragen? Antwort
Welchen Beitrag kann die Betriebsgraphologie in Unternehmen leisten?
Sie gibt Auskunft über die Belastbarkeit, Eigeninitiative, Kreativität, Beschaffenheit der geistigen Fähigkeiten, Verantwortungsbewusstsein, Stolpersteine - und vieles mehr. In Kombination mit den Schriften des Arbeitsumfelds (Vorgesetzter und Kollegen) kann ermittelt werden, ob ein Bewerber in ein bestehendes Umfeld hineinpasst. Das graphologische Gutachten als Ergänzung zu einer Arbeitsprobe, einem Bewerbungsgespräch und Referenzen macht den Menschen plastischer und kann ein wertvoller Beitrag zur Entscheidungsfindung sein. Aufgrund des psychologischen Phänomens der "sozialen Erwünschtheit" verhält man sich in der Bewerbungssituation anders: Verhaltensweisen werden "zensiert", um nicht negativ beurteilt zu werden. Da der Graphologe mit dem Bewerber keinen Kontakt hat, wird die Graphologie als Messinstrument durch dieses Phänomen kaum beeinflusst. So kann im Vorfeld bereits vieles Wissenswerte erkannt werden, dass sich im Normalfall erst viel später zu erkennen gibt. Last but not least ist eine graphologische Analyse weitaus günstiger als ein Assessment.

Wie verbreitet ist die Handschriftenanalyse?
Vor allem in Frankreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern ist die Analyse der Handschrift bei der Personalauswahl sehr verbreitet. In Frankreich werden bei ca. 85%, in der Schweiz sowie den Benelux-Ländern bei ca. 70% aller Personalfragen Graphologen konsultiert. Die Zufriedenheit der Kunden ist sehr hoch, sodass Graphologen in den drei Ländern mit der Zeit einen festen Kundenstamm aufbauen können. In Deutschland wird der Graphologe leider nur bei 15% aller Personalentscheidungen zu Rate gezogen. Im allgemeinen wird die Auskunft des Graphologen benötigt, wenn es sich um die Besetzung von Führungspositionen handelt. Den Unternehmen (u.a. Novartis, Hoffmann-La Roche, Fiat) hilft ein graphologisches Gutachten bei Unsicherheiten in der Entscheidungsfindung. Durch das Betriebsgutachten werden die bei einem Bewerbungsgespräch, Assessment-Center oder bei der Einholung von Referenzen erhaltenen Eindrücke nochmals verstärkt oder es kann auch bisher noch nicht Erkanntes zum Vorschein kommen.

Kann man Druckschriften überhaupt analysieren?
Die Druck- oder Skriptschrift kann verschiedene Ausprägungen haben: nur Gross- oder Kleinbuchstaben, beide zusammen, teilweise verbunden, völlig unverbunden. Auffallend an der Druckschrift ist der meist hohe Grad an Formgenauigkeit und Regelmässigkeit. Die Druckschrift ist ein immer weit verbreiteteres Phänomen und ersetzt häufig die Kursivschrift. Oft wird die Druckschrift von Schreibern verwendet, weil sie der Ansicht sind, ihre Kursivschrift sei unlesbar. Die Druckschrift kann aufgrund graphologischer Forschungen und der Entwicklung von Analyse- und Interpretationsmethoden ebenfalls graphologisch untersucht werden.

Ist das Auswählen eines Stellenbewerbers über die Handschrift nicht unfair?
Zum einen ist es wichtig, dass das graphologische Gutachten nur ein Mittel neben anderen (z.B. Vorstellungsgespräch) sein sollte, also bereits vorhandene Eindrücke stützen und erweitern kann. Wenn dem so ist, dann ist ein graphologisches Gutachten keineswegs unfair, denn es bringt nur das, was bereits vorhanden ist, deutlicher zum Ausdruck. Es hilft weder dem Arbeitnehmer noch dem -geber, wenn eine Person an der falschen Stelle sitzt, nicht die geforderten Fähigkeiten mitbringt oder mit den Kollegen bzw. Vorgesetzten nicht zurechtkommt. Von daher ist es im Interesse beider Seiten. Es findet sich für jeden Menschen ein Platz, an dem er seine Fähigkeiten einbringen kann und genau das versucht der Graphologe herauszufinden.

„Ich habe so viele verschiedene Schreibweisen – wie können aufgrund dessen Aussagen über meine Persönlichkeit getroffen werden?“
Man hat zwar verschiedene Schreibstile – je nachdem, ob man sich beim Schreiben konzentriert oder schnell etwas notiert – aber im Grunde gibt es trotz Müdigkeit, Stimmungsschwankungen usw. wenig signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen Schriftstücken einer Person, wenn man sie zu verschiedenen Tageszeiten oder an verschiedenen Tagen innerhalb einiger Monate einen Text schreiben lässt. Ähnlich in Bezug auf verschiedene Schriftstücke bleiben z.B. die Eigenprägung, der Wortabstand, die Zeilenführung und die Raumaufteilung. Kleine Veränderung können sich bei der Formung der Buchstaben ergeben, wobei die Grundgestalt immer ähnlich ist.
Anschaulich ist folgender Vergleich: Bachs Werke sind sehr unterschiedlich, aber wenn man sich in die Werke Bachs einhört, wird man mit der Zeit seine Kompositionen erkennen und sie auch von Händel oder Vivaldi unterscheiden können, obwohl alle drei dem Barock angehören. Ebenso ist es mit der Handschrift einer Person.
Natürlich kann es über sehr lange Zeiträume (bezogen auf ein Menschenleben) eine Veränderung der Handschrift geben. Es ist ebenfalls möglich, dass eine Person zwei völlig verschiedene Handschriften besitzt. Dies ist für die Interpretation von essentieller Bedeutung, da der Graphologe sonst nicht die Gesamtpersönlichkeit erfassen kann.

„Ist denn wirklich jede Handschrift einmalig?“
Jede Handschrift ist so einmalig und unverwechselbar wie jeder einzelne Mensch auf der Welt. Die Handschrift ist ein Ausdruck der einzigartigen seelisch-geistigen Identität eines Menschen und es ist unmöglich, sie in allen Details genau zu kopieren. Diesem Umstand wird in Form der gerichtlichen Schriftexpertise Rechnung getragen, welche die Echtheit von Schriftstücken aufgrund des Drucks, des Bewegungsflusses, der horizontalen und vertikalen Ausdehnung der Schrift etc. feststellen kann. Es zeigt sich aufgrund der Vergleiche zwischen dem Original und der Fälschung, wie schwierig die Herstellung von Schriftmerkmalen ist. Obgleich dies nicht Aufgabe des Graphologen ist, wird damit aber zugleich auch die Frage nach der Verstellbarkeit der eigenen Handschrift beantwortet: Es ist fast unmöglich seine Handschrift im Verlauf einer DIN A4-Seite so zu verstellen, dass dem geschulten graphologischen Auge nicht entweder die Unechtheit und Gewolltheit der gesamten Schrift oder aber das Rückfallen in gewohnte Schriftzüge auffallen würde.
Die Handschrift wird durch Körper, Seele, Erziehung, Gesundheit, Intelligenz, soziale Werte, Stimmungen und vieles mehr beeinflusst. Untersuchungen über Menschen, die durch Amputation einen oder beide Arme verloren haben, zeigen, dass sie unabhängig davon, ob sie mit der anderen Hand, dem Mund oder den Füßen schreiben, am Ende wieder zu ihrem einstigen Schreibstil zurückkehren.

„Meine Handschrift ist überhaupt nicht schön – macht es Sinn, sie zu interpretieren?“
Die Schönheit im Sinne des „Schönschreibunterrichts“ in der Grundschule interessiert den Graphologen nicht. Schlampigkeit oder Unleserlichkeit per se sind kein Hinweis auf bestimmte Charaktereigenschaften. Ebenso wenig lässt eine äußerst schön gestaltete Schrift auf einen „adretten und ordentlichen“ Menschen schließen.
Der Graphologe interessiert sich dafür, inwieweit sich eine Person von der Schulvorlage (und damit von der Schönschrift) entfernt hat. Dadurch erhält die Schrift über den Mitteilungscharakter hinaus auch noch den für die graphologische Arbeit wesentlichen Ausdruckscharakter.

Wird der Textinhalt des Schreibers oder seine Kenntnis über die Rechtsschreibung ebenfalls bewertet?
Der Textinhalt ist nicht von Interesse für den Graphologen. Das stark gehäufte Vorkommen von Fehlern wird den Graphologen zum Nachfragen veranlassen: Handelt es sich um einen Legastheniker? Wie schreibgeübt ist der Mensch? Handelt es sich um eine Person, die mit einer anderen Sprache aufgewachsen ist? In diesen Fällen wird der Graphologe nachfragen, da das Aufwachsen mit einem anderen Schriftsystem oder eine geringe Schreibübung nicht unerheblich für die Analyse und Interpretation sind.

Wie lautet der Berufskodex der Graphologen?
Die Berufsverpflichtung des Graphologen umfasst gemäss der Richtlinien der Europäischen Gesellschaft für Schriftpsychologie und Schriftexpertise e.V. (EGS) folgende Kriterien:

  1. Der Graphologe bzw. Schriftpsychologe stellt sein Wissen und Können in den Dienst des Mitmenschen.
  2. Die Maxime des Handelns wird durch eine verständnisvolle, Vertrauen schaffende und unvoreingenommene Haltung dem Mitmenschen gegenüber bestimmt. Die Persönlichkeitsrechte bleiben gewahrt.
  3. Der Graphologe bzw. Schriftpsychologe ist bestrebt, im Rahmen des übernommenen Auftrages für alle beteiligten Partner ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Weitere Fragen?
Wenn Sie weitere Fragen über die Analyse der Handschrift oder die Arbeit des Graphologen haben, schreiben Sie mir doch einfach eine Email.

last update 08.06.2008